PhotoWeekly 01/2019 | Page 23

Praxis PHOTO KLASSIK 23 www.photoklassik.de Praxis-Tipps für bessere Analogaufnahmen PhotoKlassik berichtet viermal im Jahr über die Welt der analogen Fotografie. In den nächsten Ausgaben von PhotoWeekly findest du an dieser Stelle jeweils einen PhotoKlassik-Tipp. Text & Fotos: Thomas Raatz (analoge-fotografie.net) Folge 5 von 10: Belichten mit Grips – Sonne 16 Bei diesem Tipp geht es darum, auch ohne Belichtungsmesser die richtige Belichtung an einer analogen Kamera manuell einstellen zu können. Dies funktioniert jedoch nur bei wolken- losem, freiem Sonnenschein. Sicherlich weißt du, dass es externe Handbelichtungsmesser gibt und auch, dass man recht gut mit einem Smartphone die richtige Belichtung messen kann. Im Notfall (und bei schönem Wetter) kannst du jedoch auch auf all dies verzichten. Merke dir einfach: Sonne 16. Und jetzt diesen Satz: Bei frei scheinender Sonne und bei Blende 16 ist die richtige Belichtungszeit der Kehrwert deiner Filmempfindlichkeit. Auf ein Bei- spiel übertragen, bedeutet dies: Hast du einen Film mit einer Empfindlichkeit von 100 ASA eingelegt und scheint die Sonne (keine Wolken davor), dann brauchst du nur Blende 16 am Objektiv deiner ana- logen Kamera einzustellen und eine Belichtungszeit von 1/100 Sekunde. Wenn du die 1/100 nicht hast, neh- me einfach die nächste – nämlich die 1/125 Sekunde. Fotografiere mit einem 400-ISO-Film, dann nimm die 1/500 Sekunde (eigentlich 1/400 Sekun- de, aber die gibt es bei analogen Kameras nicht). Du kannst nun sichergehen, dass du eine einiger- maßen korrekt belichtete Fotografie aufgenommen hast. Ich selbst arbeite erfolgreich mit dem Merk- satz »Sonne 11«. Solltest du jedoch einen Diafilm nutzen (geringerer Belichtungsspielraum), bleibe vorsichtshalber bei „Sonne 16“. Freilich bist du bei diesem Merksatz (auch Sunny 16 genannt) nicht auf die tatsächliche Blen- de 16 festgelegt: Öffne die Objektivblende um einen vollen Schritt (von 16 auf 11) und verdopple gleich- zeitig die Geschwindigkeit des Verschlusses (von 1/125 auf 1/250 Sekunde) usw. Hierdurch bleibt die Lichtmenge, die auf den Film fällt, stets dieselbe. Unser Autor: Thomas Raatz fotografiert seit dem Ende der 1990er-Jahre und seitdem durchgehend analog: „Ich lege keinen Wert auf Nost- algie und Dogma, sondern bin an einer gewissen mechanischen Qualität interessiert und am fotografischen Original (am phy- sischen Datenträger [dem Negativ] und am Handabzug), zudem auch am qualitativ hochwertigen Digitalisieren (Scannen) eines solchen. Ich habe in den letzten Jahren vieles ausprobiert und sogar ein Studium im Bereich Fotografie absolviert.“ www.analoge-fotografie.net