Kaum eine andere Erfindung hat unseren Blick auf die Welt so nachhaltig verändert. Als es dem französischen Erfinder Joseph Nicéphore Niépce um 1826 gelang, den Blick aus seinem Arbeitszimmer im Gutshof Le Gras dauerhaft auf einer beschichteten Zinnplatte festzuhalten, entstand das vermutlich erste erhaltene Foto der Welt. Dieses Bild gilt heute als früher Ausgangspunkt der Fotografie. Lange Zeit wurde jedoch ein anderes Datum als Geburtsstunde des Mediums angesehen: 1839 stellte Louis Daguerre in Paris das Verfahren der Daguerreotypie vor, das von der französischen Regierung als „ Geschenk an die Welt“ erklärt wurde. Frankreich feiert dennoch bereits 2026 das Jubiläum „ 200 Jahre Fotografie“ und bezieht sich dabei auf Niépces frühe Experimente. Zwei Jahrhunderte nach diesen ersten Versuchen hat sich die Technik von der Daguerreotypie über analoge Kameras bis zur Smartphonefotografie radikal verändert. Die Grundidee ist aber noch immer dieselbe: Licht sichtbar machen und Erinnerungen bewahren.
Fotos: Wikipedia
1826 nahm Joseph Nicéphore Niépce die vermutlich erste lichtbeständige Fotografie der Welt auf. Hier eine retuschierte Reproduktion von 1952, ganz oben die Originalfotografie.