PhotoWeekly 10.07.2019 | Page 23

F O T O G R A F I E R E N M I T F I LT E R N  presented by Atemberaubende Wasserfall-Fotos Wer einen Wasserfall mit samtig fallendem Wasser ablichten möchte, kommt an Graufiltern (ND-Filtern) irgendwann nicht mehr vorbei. Text & Fotos: Armin Leins von Marker92 Photography Mit der verlängerten Belichtungszeit, die ein ND-Filter ermöglicht, verschwimmen Bewegun- gen im Bild auf fast surreale Art und Weise. Auch am helllichten Tag werden lange Belichtungszeiten möglich. Profi-Fotograf Armin Leins erklärt dir, wo- rauf es beim Fotografieren mit Graufiltern ankommt. Was macht überhaupt ein Graufilter? Ein Graufilter reduziert die Lichtmenge, die auf den Kamerasensor trifft. Je nach Stärke wirkt er also ähnlich wie eine Sonnen- oder Schweißerbrille. Das ist gewünscht, um längere Belichtungszeiten erreichen zu können. Und wozu verwendet man einen Graufilter?  Rollei ND64 mit dem Rollei Filterhalter + Polfilter CPL Belichtung: Blende 11 bei 6 Sekunden Hier gibt es mehrere Anwen- dungsmöglichkeiten:  Du möchtest fließendes Wasser eines Baches samtig darstellen? Gerade bei einem Wasserfall, den du dadurch interessanter abbilden kannst oder einem See, den du durch mehrere Sekunden Belichtungszeit glattziehen kannst.  In der Städtefotografie, wenn du beispielsweise einen touristischen Platz fotografieren willst und mit Hilfe eines ND-Filters (Neutraldichtefilter) Menschen „verschwinden“ lassen kannst.  Um Wolken im Bild ziehen zu lassen (Wischeffekt). Generell, wenn du entweder längere Belichtungs- zeiten am Tag benötigst oder für eine bestimmte Bildwirkung haben möchtest. Wie fotografiert man beispielsweise einen Wasserfall mit einem Graufilter? Damit ein Wasserfall nicht zu weich und glatt dar- gestellt ist, sollte die Belichtungszeit je nach der Fließgeschwindigkeit des Wassers zwischen einer und fünf Sekunden liegen. Hierbei ist es wichtig, dass der ND-Filter so gewählt wird, dass die Belich- tungszeiten erreichbar sind. Die Belichtungszeit berechnest du manuell, über Tabellen oder per App, wie beispielsweise mit der ROLLEIMOMENTS-App, die kostenlos im iOS App Store oder im Google Play Store heruntergeladen werden kann. Du kannst aber auch einfach die rich- tige Belichtungszeit unter Verwendung des Histo- gramms einstellen. Sind alle hellen und dunklen Bildanteile innerhalb des Histogramms abgedeckt und du erkennst keine Ausreißer nach rechts (zu hell) oder links (zu dunkel), so hast du ein richtig belichtetes Bild mit optimaler Nutzung des Dynamikumfangs, den der Kamerasen- sor dir bietet. Dies ermöglicht dir, dass du auch in der Nachbearbeitung noch Reserven hast, ohne signifikant an Qualität einbüßen zu müssen. Folgende Schritte sind also zu beachten: 1. Kamera für den gewünschten Bildaus- schnitt auf dem Stativ ausrichten 2. Entsprechenden Filter einsetzen und richtig positionieren 3. Belichtungszeit zwischen 1 und 5 Sekunden anpassen 4. Histogramm nach hellen und dunkeln Bildanteilen kontrollieren 5. Kamera auslösen und Bildergebnis auswerten Wo setzt man den Fokuspunkt? Bei Landschaftsbildern möchte man eine maximale Tiefenschärfe erreichen, deshalb solltest du sehr nah im Vordergrund fokussieren. Wenn es sich um ein Motiv handelt, welches von sehr nah bis sehr tief ins Bild ragt, wie zum Beispiel ein sehr langer Steg an einem See, kann es eventuell notwendig sein, dass du mehrere Aufnahmen mit unterschied- lich gesetzten Fokuspunkten machen musst. Diese müsstest du dann in der Bildbearbeitung mit geeigneter Software zusammensetzen, damit du eine durchgehende Schärfe erhältst.  Rollei ND8 und Rollei Soft GND8 Belichtung: Blende 11 bei 2,5 Sekunden Den kompletten Beitrag inkl. weiterer hilfreicher Tipps findest du auf der Rollei-Webseite: www.rollei.de/inspiration von Praxis