Die Schärfentiefe ist zentrales Gestaltungs- mittel – wir zeigen, was du beachten musst.
D urch die starke Vergrößerung beträgt die Schärfentiefe oft nur wenige Millimeter, manchmal sogar weniger. Das bedeutet: Selbst kleinste Motivbewegungen oder minimale Fokusfehler können dazu
Rosmarinkäfer: Spannende Insektenmotive finden sich oft direkt im eigenen Garten – wie dieser Rosmarinkäfer auf einer Vergissmeinnicht-Blüte.
führen, dass entscheidende Bildbereiche unscharf werden.
Viele Makrofotografen arbeiten ausschließlich mit manuellem Fokus. Doch auch der Autofokus kann funktionieren, vorausgesetzt, Kamera und Objektiv sind schnell und präzise genug. Beim Fotografieren aus der Hand, etwa beim langsamen Annähern an ein aktives Insekt, kann der AF hilfreich sein. Sobald das Motiv jedoch ruhig ist und ein Stativ zum Einsatz kommt, ist manuelles Fokussieren meist die bessere Wahl.
Die besten Ergebnisse erzielen wir vorwiegend dann, wenn das Motiv ruhig ist und wir in Ruhe mit dem Stativ arbeiten können. So lässt sich die Komposition gezielt gestalten, und auch
Ein weicher Hintergrund lässt sich auch mit kleiner Blende erreichen, wenn der weit genug vom Motiv entfernt ist. der Hintergrund kann optimal einbezogen werden. Achte auf einen sicheren Stand und löse die Kamera idealerweise per Fern- oder Selbstauslöser aus, um Erschütterungen zu vermeiden.
Für eine stimmige Ausleuchtung, wie bei dieser Heuschrecke, fotografiert in Griechenland, ist oft künstliches Licht erforderlich.
Wer mehr Schärfentiefe erreichen will, sollte mit geschlossener Blende arbeiten, typischerweise im Bereich von f / 13 oder kleiner. Ein häufiger Irrtum: Manche glauben, eine offene Blende sei notwendig, um den Hintergrund weich zu gestalten. Das funktioniert zwar, allerdings auf Kosten der ohnehin schon geringen Schärfentiefe. Die Lösung: Ein weicher Hintergrund lässt sich sogar mit kleiner Blende erreichen, wenn dieser weit genug vom Motiv entfernt ist. Eine weitere Möglichkeit, die Schärfentiefe zu erhöhen, ist ein größerer Abstand zum Motiv. Achte jedoch darauf, das Insekt nicht zu klein im Bild erscheinen zu lassen oder später so stark zu beschneiden, dass wichtige Details verloren gehen.
Noch mehr Schärfe lässt sich herausholen, wenn möglichst viel vom Motiv innerhalb der Schärfeebene liegt. Platziere die Kamera so, dass der Sensor möglichst paral lel zur Hauptfläche des Motivs steht. Das klappt besonders gut bei Motiven mit klarer Ebene – etwa bei Schmetterlingen.