PhotoWeekly 15.04.2026 | Page 22

SPECIAL MAKROFOTOGRAFIE 22

DAS RICHTIGE LICHT

Gute Belichtung ist in der Makrofotografie entscheidend – für Schärfe und Wirkung.

W ährend in allen Bereichen der Fotografie Belichtung eine zentrale Rolle

Plattbauch- Libelle: Eine präzise Belichtung ist entscheidend für ein Bild wie dieses.

spielt, bringt die Makrofotografie besondere Herausforderungen mit sich. Zum einen muss die Belichtungszeit kurz genug sein, um Bewegungsunschärfe zu vermeiden – zum anderen braucht es ein Licht--Set-up, das das Motiv gleichmäßig und schmeichelhaft ausleuchtet.

Bei ruhenden Insekten ist in der Regel eine Belichtungszeit von 1 / 100 bis 1 / 200 Sekunde ausreichend. Ganz anders sieht es aus, wenn du Insekten im Flug fotografierst: Dann sind Zeiten im Bereich von 1 / 1.000 Sekunde oder kürzer

In der Makrofotografie brauchst du viel Licht – da hilft es oft nur eigene LEDs aufzustellen. nötig – vergleichbar mit der Vogelfotografie. Um das zu erreichen, braucht es viel Licht, eine offene Blende und einen hohen ISO-Wert. In der Praxis ist das trickreich – insbesondere bei bewölktem Himmel. Zwei Stellschrauben helfen dabei: ISO und Lichtquellen.

Um kürzere Belichtungszeiten zu ermöglichen, kannst du den ISO-Wert anheben. Doch Vorsicht: Ein zu hoher ISO-Wert führt zu Bildrauschen. Und das willst du nicht. Wie weit du den Wert erhöhen kannst, hängt zum einen von der Kamera, zum anderen von der Bildbearbeitungssoftware ab.

Vorteile künstlicher Beleuchtung: Künstliches Licht hilft nicht nur bei der Belichtung, sondern beeinflusst auch deutlich die Bildwirkung.

Moderne Sensoren liefern auch bei hohen ISO-Werten noch brauchbare Ergebnisse. In unserem Fall treten bei ISO 1.000 erste sichtbare Störungen auf. Mithilfe von Rauschreduzierung lässt sich hier aber einiges retten. Tools wie Topaz Denoise oder das KI-gestützte Denoising in Lightroom liefern gute Ergebnisse. Mit ein wenig Ausprobieren findest du schnell heraus, wie hoch du den ISO- Wert deiner Kamera anheben kannst, ohne dabei Details zu verlieren.

Viele Makrofotografen nutzen Blitzlicht, oft direkt an der Kamera befestigt. Wichtig dabei: ein Diffusor, um harte Reflexe und ungewollte Spitzlichter zu vermeiden. Eine Alternative bieten LED- Dauerlichter. Auch Reflektoren sind eine effektive und kostengünstige Lösung. Ein silberner Karton liefert starke Aufhellung; wer es dezenter mag, nutzt einfach die weiße Rückseite. Vorteil: Das Licht bleibt farblich neutral und weich. Wenn es besonders dunkel ist, kommen bei uns zwei Aufsteckblitze mit selbstgebauten Diffusoren zum Einsatz.

Motive in Szene setzen