PhotoWeekly 18.03.2026 | Page 32

INTERVIEW JULIA NIMKE presented by

Fern träumen in Bildern

Zwischen Licht, Schatten und flüchtigen Momenten entsteht die Bildsprache von Reisefotografin Julia Nimke.

Interview: Sarah Alexandra Fechler, alle Fotos: Julia Nimke

Manche Fotografien wirken, als seien sie dem Moment direkt abgerungen – flüchtig, leicht, und doch voller Bedeutung. Genau hier setzt die Arbeit von Julia Nimke an. Die junge deutsche Fotografin ist weltweit für Kunden unterwegs und versteht es, Orte und Menschen in eine stille, visuelle Erzählung zu übersetzen. Ihre Bilder spielen mit Licht und Schatten, mit Nähe und Distanz, immer getragen von einem feinen Gespür für den richtigen Augenblick. Ob auf Reisen, bei Aufträgen für internationale Marken oder im privaten Alltag: Julia Nimke sucht nicht

ZUR PERSON

Julia Nimke ist eine international tätige Lifestyle- und Reisefotografin mit Sitz in Berlin. Mit einem ausgeprägten Gespür für Licht, Atmosphäre und den richtigen Moment erzählt sie visuelle Geschichten, die Ruhe und Authentizität ausstrahlen. www. julianimke. com das Spektakel, sondern das Echte.

Du bist eine renommierte Lifestyle- und Reisefotografin – wie kamst du genau zu dem Genre? Ich habe mich nicht bewusst für den Bereich entschieden, bin da eher so reingeschlittert über die Zeit. Ich bin in diesen Bereich gekommen, weil es der ist, der mich privat auch am meisten interessiert und dementsprechend darin viel Leidenschaft liegt. Ich rate allgemein, dass man sich den Bereich aussucht, für den man eine Passion hat.

Was fotografierst du am liebsten? Porträts? Architektur? Reisemomente?

Ich mag am liebsten den Mix aus allem. Generell mag ich die Verbindung von Mensch und Ort im Allgemeinen sehr.

Hast du eine fotografische Ausbildung genossen? Ich habe eine Ausbildung zur Fotografin in einem Porträt- und Werbestudio in Berlin gemacht von 2008 – 2010. Danach habe ich zudem meinem Meister als Fotografin gemacht in Potsdam.

Du fotografierst mit Leica – welche Kameras nutzt du aktuell?

Ich fotografiere aktuell mit der Leica Q3 und der Leica SL3.

Nicht etwa den Eiffelturm in Paris, sondern den ihm nachempfundenen 333 Meter hohen Tokyo Tower in Japans Hauptstadt sehen wir hier.

Der Taucher im Infinity Pool auf Mykonos, das warme Licht, der Ausblick auf das Meer – das alles lädt zum

Fernträumen ein.

Warum fotografierst du mit Leica? Was verbindet dich mit der Marke?

Leica war schon immer für mich bekannt als unfassbar zeitlose Kameras mit cleanem Design. Ich bin ein sehr ästhetisch fokussierter Mensch und da kommt für mich nichts über Leica.

Hast du ein Lieblingsobjektiv?

Das 24 – 70 mm ist

so ein vielseitiges Objektiv und erlaubt es mir, reduziert unterwegs zu sein. Ich liebe die Schärfe, den Bokeh und die unzähligen Anwendungsbereiche.

Wie würdest du deinen fotografischen Stil beschreiben? Da tue ich mich immer schwer mit. Ich würde behaupten, dass sich der Stil immer auch wandelt und nie einfach nur genauso bleibt. Als verbindendes Element durch alle Phasen zieht sich jedoch: licht-fokussiert, ruhig, warm.

Wie Nimke in scheinbar kleinen Szenen und mit wenigen Elementen Geschichten in ihren Aufnahmen erzählt, kann man hier gut sehen.

Mit dieser Aufnahme gibt uns Julia Nimke einen Blick in das sagenumwobene und berühmte Kulm Hotel in St. Moritz in der Schweiz.

Was war dein bisher aufregendster Auftrag? Das ist wirklich schwer zu sagen. Es gibt so, so viele tolle Aufträge und ich liebe alle. Ein sehr aufregender war aber auf jeden Fall ein Shooting für Singapore Airlines in Kooperation mit Leica, wo ich auf dem Flug von London nach Singapur Fotos erstellen musste und den Flug als Erlebnis auf meine Weise einfangen sollte und diese Bilder dann im Leica Store in Singapur ausgestellt wurden.

Welche künstlerische Freiheit hast du in deiner Arbeit?

Das kommt ganz auf den Auftrag an. Jedes

Projekt sieht bei mir eigentlich unterschiedlich aus. Manchmal habe ich komplette Freiheit, wie ich eine Geschichte mit Bildern erzähle, manchmal muss ich mich an strikte Vorgaben durch Art Direction halten. Ich liebe die Abwechslung sehr und kann mich mit beiden Extremen sehr gut arrangieren und die jeweiligen Vor- und Nachteile daraus ziehen.

Gibt es einen Ort, der dir besonders in Erinnerung geblieben ist?

Peru hat auf jeden Fall mein Herz erobert. Ich war dort im Auftrag für Belmond Hotels und durfte zusammen mit meiner Partnerin mit dem Nachtzug durch die Anden fahren. Ich habe mich in die Landschaft, die Kultur, das Essen verliebt.

Wie ein Blick ins Paradies wirkt diese Aufnahme, die Fotografin Julia Nimke für einen ihrer Kunden einfing.

Urlaubsfeeling und Wärme verströmt auch dieses Porträt in der Reflexion. Im Bild zu sehen ist Julia Nimke in einem Selbstporträt in Griechenland im Auftrag des Mandarin Oriental Hotels.