Ein irakisches Mädchen verlässt am 12. Oktober 2004 eine Grundschule im Zentrum von Bagdad. Das Foto stammt von Anja Niedringhaus, einer der bedeutendsten Fotojournalistinnen ihrer Generation. Der Schwerpunkt im Werk der vielfach als „ Bilderkriegerin“ bezeichneten Pulitzer-Preisträgerin liegt auf ihren einfühlsamen Aufnahmen aus Kriegsund Krisengebieten wie Afghanistan, dem Irak oder dem Balkan. Dabei dokumentierte sie nicht nur Kampfhandlungen und Zerstörung, sondern vor allem das Leben der Menschen im Schatten von Konflikten – ihre Ängste, ihre Würde und ihre Hoffnung. Die 2014 in Afghanistan getötete Fotografin steht im Mittelpunkt
der Ausstellung An vorderster Front in der Ludwiggalerie Schloss Oberhausen. Die umfassende Werkschau mit mehr als 250 Fotografien ist noch bis zum 13. September 2026 zu sehen und bietet eine seltene Gelegenheit, das außergewöhnliche Schaffen Niedringhaus’ in seiner ganzen Breite kennenzulernen.