PhotoWeekly 27.05.2026 | Page 15

SPECIAL KOMPOSITION 15

01 DAS MOTIV VEREINFACHEN

W enn du dir im Alltag beiläufig eine Szenerie anschaust, sucht sich dein Gehirn von ganz alleine interessante Elemente heraus. Eine Kamera hingegen arbeitet nicht selektiv, sondern zeichnet einfach alles auf, was vor dem Objektiv liegt. Das kann dann schnell zu überfrachteten, unruhigen Bildern ohne einen klaren Fokuspunkt füh-

Starke Silhouetten: Das Licht der Morgensonne und die sich schwarz davor abhebenden Bäume sind hier die wichtigsten Bildbestandteile. Weitere Elemente hätten die Wirkung abgeschwächt.

ren. Wähle dein Motiv immer sehr genau aus und passe deine Brennweite oder den Kamerastandpunkt entsprechend an, damit dein Kernelement auch zum Hauptaugenmerk für den späteren Betrachter deiner Komposition wird.

Du kannst natürlich nicht immer und bei jeder Aufnahme alle überflüssigen oder eventuell störenden Elemente aus deinem Bild heraushalten. Versuche dann aber, diese tendenziell im( z. B. unscharfen) Hintergrund zu platzieren. Ist dies nicht möglich, so kannst du natürlich auch immer überlegen, diese Elemente in das Bild miteinzubeziehen und sie dabei zu einem Bestandteil der Bildaussage zu machen. Hier ist dein spontaner, kreativer Umgang mit immer wieder neuen Aufnahmesituationen gefragt.

WARUM FUNKTIONIERT DAS FOTO?

Je einfacher und klarer eine Aufnahme ge- staltet wird, desto stärker ist die Wirkung.

1 Gehe so nah wie möglich an dein Motiv heran, um unwichtige Elemente an den Bildrändern dadurch direkt auszublenden. Hier bot es sich allerdings an, die weiteren Bäume im Hintergrund noch miteinzubeziehen.

2 Silhouetten und Formen erzeugen durch ihre Klarheit eine starke Bildwirkung.

3 Die Strahlen der Sonne und der Schatten des Baumes ziehen den Blick des Betrachters unweigerlich in die Szenerie. Baum und Horizont sind dabei nach der Drittelregel( siehe Tipp 4) positioniert.

Den Rahmen füllen