Mehr Besucher, mehr Fläche und der Umzug nach Köln
Die Imaging World hat ihre zweite Ausgabe in
Nürnberg mit einem Besucherplus abgeschlossen. Laut Ringfoto kamen rund 14.800 Besucher, etwa zehn Prozent mehr als im Vorjahr. Mehr als 120 Brands und Aussteller belegten 12.000 Quadratmeter. Das angepeilte Ziel von 16.000 Besuchern wurde zwar verfehlt, das Wachstum ist angesichts eines wertmäßig schrumpfenden Kameramarkts aber ein belastbares Signal. Ringfoto-Geschäftsführer Thilo Röhrig räumte ein, seine größte Sorge seien leere Hallen gewesen. Sie habe sich nicht bestätigt.
Ausprobieren statt anschauen
Die Messe setzt konsequent auf Praxis. Besucher testeten Equipment direkt an den Ständen und in den Playgrounds, etwa bei Makroaufnahmen zwischen Farnen und Bambus, bei Foodfotografie-Shows in der Küche oder in der Analog- und der Action-Area. Beim Check & Clean prüften Profis mitgebrachte Ausrüstung kostenlos, dicht umlagert waren die Live-Shootings. In der Besucherbefragung nannten 73,5 Prozent Inspiration und Information als Hauptgrund für ihren Besuch.
Im Gespräch am Messestand: Auf der Imaging World zeigten mehr als 120 Aussteller ihre Neuheiten.
Ab 2027 zieht die Messe nach Köln um.
Ausgebuchte Workshops
Das Begleitprogramm umfasste 41 Workshops, 19 Seminare und eine Multivisionsshow, mehr als die Hälfte der Workshops war ausverkauft. Gefragt waren vor allem Reise- und Konzertfotografie, Lichtgestaltung und kreative Bildbearbeitung. Insgesamt gab es 823 Teilnahmen. Zu den Höhepunkten zählten die Multivisionsshow „ Australien – Ein Jahr grenzenlose Freiheit“ der National-Geographic-Fotografen Aneta und Dirk Bleyer sowie die Verleihung der TIPA World Awards. Erstmals beteiligten sich auch Schulklassen aus der Region mit einem Wettbewerb unter dem Motto „ Nürnberg durch unsere Augen“.
Köln ab 2027
Die Messe zieht um. Vom 24. bis 26. September 2027 findet sie als „ Imaging World inspired by photokina“ auf dem Gelände der Koelnmesse statt, die dann Veranstalter ist. Ringfoto bleibt Partner. Die Koelnmesse will vor allem die Internationalisierung vorantreiben und peilt rund 120 Aussteller, 15.000 Quadratmeter und 18.000 Besucher an. Eine neue Photokina sei nicht geplant, betonte ein Koelnmesse-Vertreter. Programm, Aussteller und Tickets sollen später bekanntgegeben werden.
Unser Fazit
Der Wechsel ist für die Branche eine reale Chance, aber noch kein Selbstläufer. Die Koelnmesse bringt Infrastruktur, internationalen Vertrieb und Stadtmarketing mit, was ein Handelsverbund allein nicht leisten kann. Offen sind die Erfolgsfaktoren jenseits der Hallenfläche: die Einbindung der Bilddienstleister, ein überzeugendes Angebot für Profis samt Verbänden, die Rolle der Smartphone-Hersteller, der Zugang zu jungen Zielgruppen und ein fotokulturelles Programm mit überregionaler Strahlkraft. Die Absage an eine neue Photokina ist dabei keine Schwäche, sondern ehrliche Erwartungssteuerung.