PhotoWeekly 28.10.2026 | Page 31

FINALE AUSSTIEG 31

Macht KI jetzt auch Adobe überflüssig?

Text: Michael Hüttinger, Screenshot: PhotoCraft

Seit Jahren sind wir es gewohnt, für

Photoshop monatlich zu bezahlen. Adobe hat sich mit seinen mächtigen Programmen und dem Abozwang eine komfortable Marktposition geschaffen. Doch jetzt bekommt der Software-Riese Gegenwind. Ein verärgerter Kunde aus den USA hat mithilfe von KI kurzerhand einen Photoshop-Konkurrenten namens PhotoCraft entwickelt. Noch ist das kein vollwertiger Ersatz, aber die Idee dahinter ist bemerkenswert: Was passiert, wenn wir künftig nicht mehr die Software kaufen müssen, die uns die Hersteller vorsetzen, sondern uns unsere Wunschprogramme einfach selbst bauen?

Für Fotografen wäre das ein Traum. Eine Bildbearbeitung, die genau das kann, was wir brauchen – und nichts, was uns mit 47 Untermenüs in den Wahnsinn treibt. Oder eine KI, die unsere 30.000 Urlaubsfotos sortiert, die besten Motive erkennt und uns freundlich darauf hinweist, dass auch das 28. Sonnenuntergangsfoto nicht besser geworden ist.

Aber was wird aus den Softwareentwicklern? Die werden wohl weiterhin gebraucht – nur möglicherweise weniger zum Programmieren als zum Zähmen der KI. Für Adobe könnte das ungemütlich werden. Denn wenn sich jeder seine Software selbst zusammenstellen kann, stellt sich früher oder später die Frage: Wofür eigentlich noch ein Abo?

Kosta Sariano: Photoshop-Killer aus Rust? Ich habe PhotoCraft getestet.