PhotoWeekly 13.05.2026 | Page 13

SPECIAL INTERVIEW 13

SARA GOLI

Die iranische Fotografin über ihre preisgekrönten Schwarzweiß-Aufnahmen und darüber, wie ihr gelingt, die reale und die abstrakte Welt miteinander zu verbinden.

Interview: Kim Bunermann, Übersetzung: Alexandra Fechler, Fotos: Sara Goli

Geboren 1989 im Iran, ist Sara Goli eine Fine- Art- und Minimalismus- Fotografin mit fünf Jahren professioneller Erfahrung. Ihre Arbeiten zeichnen sich durch Schlichtheit, Schönheit und Tiefe aus und haben internationale Anerkennung gefunden.

1x. com / Saragoli755

Die Kunst der minimalistischen

Fotografie – geprägt von betont schlichten Bildwelten – hat seit Langem einen festen Platz in der fotografischen Praxis. Der Verzicht auf Farbe lenkt den Blick verstärkt auf monochrome Abstufungen und damit auf Formen, Linien und die materiellen Eigenschaften der Motive. Komposition, Lichtsetzung sowie das Spiel von Licht und Schatten sind essenziell, um diese Bildwirkung zu erzielen.

Die Einbindung von Menschen ist ein wirkungsvolles Mittel, um eine Brücke zwischen realer Anmutung und minimalistischer Bildsprache zu schlagen. Genau diese Herangehensweise verfolgt die aus

dem Iran stammende Fotografin Sara Goli, um eindringliche und erzählerische Bildräume zu schaffen. Neben der menschlichen Figur nutzt Sara oft negativen Raum. Dabei unterscheidet sie bewusst zwischen aktivem und „ totem“ negativen Raum. Ersteren setzt sie gezielt ein, um den Blick weiterzuführen, die Bildwirkung zu verstärken oder eine geheimnisvolle Atmosphäre zu unterstützen.

Im Gespräch berichtet Sara zudem über die Herausforderungen, denen sie sich in Iran innerhalb eines Genres stellen musste, das traditionell von männlichen Fotografen dominiert wird.