Manche Farben wirken kälter als andere. Unsere Wahrnehmung ist darauf geschult. In der Fotografie kann uns eben diese Wahrnehmung dabei helfen.
Beim Kalt-Warm-Kontrast geht es um unsere subjektive Wahrnehmung, die bei jedem Menschen unterschiedlich ausfällt. Man kann sogar sagen, dass dieser Kontrast bei uns die stärksten Emotionen hervorruft, da er uns direkt anspricht und Gefühle auslöst. Der Ursprung des Kalt-Warm-Kontrastes, so wird vermutet, liegt im menschlichen Umgang mit den Elementen Feuer( Wärme) und Wasser( Kälte). Übersetzt in die Sprache der Farben bedeutet das: Rotgelbe oder orangene Farben empfinden wir als warm, blaue oder türkisgrüne als kalt.
In der Kunst machten sich Landschaftsmaler eine weitere Eigenschaft des Kalt- Warm-Kontrasts zu nutzen. Sie verstanden, dass Dinge in großer Entfernung blauer erscheinen. Mit dieser Erkenntnis konnte Tiefe leichter erzählt werden. In der Fotografie ist dies zwar gut zu wissen, allerdings haben Fotografen den Vorteil, Landschaften nicht malen zu müssen. Sie können das Vorhandene ablichten.
Unser Bildbeispiel oben zeigt eine Berglandschaft bei Sonnenaufgang. Wir empfinden die Landschaft als kühl, dabei steht gar nicht fest, zu welcher Jahreszeit hier fotografiert wurde. Durch den orange eingefärbten Himmel wirkt das Bild deutlich wärmer. Ohne den Sonnenaufgang würde unsere Empfindung in den Eiszeit-Modus schalten.