PhotoWeekly 27.05.2026 | Page 23

SPECIAL KOMPOSITION 23

09 FARBKONTRASTE NUTZEN

D as menschliche Auge reagiert besonders stark auf Farben in all ihren Nuancen. Sie haben eine große Wirkung auf uns und können Emotionen wie Freude, Trauer oder Ruhe hervorrufen. Die gezielte Auswahl von Fotomotiven in bestimmten Farbtönen und-kombinationen legt fest, wie ein Bild wahrgenommen wird. Allgemein gilt: je stärker die Farben, desto spannender die Aufnahme. Um die Wirkung zu erhöhen und deine Bilder noch kraftvoller zu machen, suche bewusst nach komplementären Farben wie Rot-Grün oder Blau-Gelb.

Aber auch andere Kontraste wie groß-klein, hell-dunkel und warm-kalt fesseln den Blick. Auch Szenerien, die primär in einer einzigen Tönung gehalten sind, können gut funktionieren – etwa Bilder mit einer begrenzten, aber harmonischen Farbpalette, wie z. B. eine sanft beleuchtete Landschaft am Morgen oder Abend. Der Schlüssel liegt darin, möglichst bewusst und selektiv damit umzugehen, wie du dein Hauptmotiv farblich isolieren möchtest und welchen Bildausschnitt du wählst, um alle unerwünschten Farbinformationen aus deiner Komposition auszuschließen. Du kannst sogar soweit gehen, nur die Farben zum Hauptmotiv deiner Komposition zu machen, wenn die Töne passen.

WARUM FUNKTIONIERT DAS FOTO?

Trotz der vielen kleinen Details wirkt das Bild sehr harmonisch, denn es spielt mit zwei Kontrasten zugleich.

1 Den ersten Kontrast( warm – kalt) bilden die beiden kraftvollen Komplementärfarben – die orangenen Flügel des Schmetterlings setzen sich toll von den blauen Blümchen ab.

2 Der zweite Kontrast, der für Spannung im Bild sorgt, entsteht durch den Größenunterschied zwischen den Elementen, und zwar dem großen Schmetterling und den kleinen Blüten.

Gegen die Regeln