PhotoWeekly 28.10.2026 | Page 22

SPECIAL INTERVIEW 22

Das Foto von Mark Ronson ist großartig. Wie sind Sie dabei vorgegangen? Ich habe ihn in seinem Haus fotografiert. Wir hatten nicht viel Zeit. Im Garten gab es eine Stelle, an der er draußen saß und hinter sich eine weiße Wand

Mark Ronson, USA: „ Auf den meisten Bildern sieht man ihn bei Live-Auftritten. Deshalb wollte ich ihn in einem ruhigen Moment festhalten. Die weiße Wand im Hintergrund hat dabei gut funktioniert.“ hatte, dort ist das Bild schlussendlich entstanden. Das Licht war weich, sodass ich keinen Blitz brauchte, und wir waren nur zu zweit – ohne Assistenten oder Manager. Auf den meisten Bildern sieht man ihn bei Live-Auftritten, deshalb wollte ich ihn in einem ruhigen Moment zeigen. Ich habe zunächst am Pool fotografiert, aber das wirkte nicht. Schließlich habe ich ihn vor der weißen Wand porträtiert und mit geringer Schärfentiefe gearbeitet.

Haben Sie Lieblingsbilder? Das Video mit den Rolling Stones – das damals das „ Bullet-Time“-Prinzip vorwegnahm, das später im Film The Matrix verwendet wurde –, das Pink-Floyd-Albumcover von 1987,

Sir David Attenborough: In einer Aufnahme zur Promotion der BBC-Serie Blue Planet, die von ihm kommentiert wird. das lentikulare Bild von Robbie Williams, auf dem er sich in einen Affen verwandelt, und die Fotos von Johnny Cash gehören definitiv dazu. Ich habe Johnny in einer Phase großer Veränderungen in seiner Karriere fotografiert – und zwar in Australien, nicht in den USA. Bis dahin war praktisch alles mit Johnny Cash in Amerika entstanden. Musikproduzent Rick Rubin wollte ihn ganz in Schwarz gekleidet, fast wie einen Prediger, mit Gitarrenkoffer einen Weg entlanggehen lassen – den Mann wieder unterwegs, zurück auf der Straße. Zunächst hatte ich nicht das Gefühl, dass es besonders gut funktioniert. Doch dann zogen Gewitterwolken über einem Weizenfeld auf, und zwei Hunde kamen und setzten sich links und rechts neben Johnny – buchstäblich nur für ein oder zwei

Aufnahmen. Plötzlich kam alles zusammen, und genau das wurde das Bild.

Ein anderes Foto, das ich sehr mag, zeigt Dave Stewart von den Eurythmics auf dem Boden eines

Plötzlich kam alles zusammen, und genau das wurde das Bild. stillgelegten, mit Graffiti bedeckten Swimmingpools. Es wirkt fast wie ein kalifornischer Traum: blauer Himmel, eine Palme, ein Swimmingpool – eigentlich sind sämtliche Zutaten da. Doch das Graffiti verleiht der Szene eine unerwartete Wendung.

Genau nach solchen Momenten suche ich oft: nach einem zusätzlichen Dreh, nach etwas leicht Verschobenem. Die Szene wirkt zunächst idyllisch, doch Dave hockt in einer Ecke des verlassenen Pools, über ihm das Graffiti „ Rebel“. Und ich liebe einfach die Farben – den blauen Himmel und die Stimmung des Bildes. Es zeigt den amerikanischen Traum, schön und glänzend – aber zugleich auch seine Rock’ n’ Roll-Seite.