PhotoWeekly 04.03.2026 | Page 16

SPECIAL INTERVIEW 16

Wie lange besuchen Sie die Berge von Snowdonia schon? Ich wandere seit 30 Jahren in Snowdonia. Ich kenne die Berge wie meine Westentasche. Leider ist das Wetter dort unberechenbar – man hat selten Glück.

Aber genau das wechselhafte

Eisreflexion der Aurora, Vestrahorn, Island: Der Vollmond beleuchtete den Berg, und das gefrorene Wasser bildete eine perfekte Oberfläche, um die helle Aurora zu reflektieren.

Wetter macht doch den Reiz aus – gerade für Fotos, oder? Absolut. Viele glauben, man kann einfach hinfahren und sofort das perfekte Bild machen. Aber man muss dranbleiben, immer wieder kommen – zu verschiedenen Tageszeiten, bei unterschiedlichen Bedingungen. Irgendwann klappt es dann.

Welche Jahreszeit bevorzugen Sie in Snowdonia? Ich liebe den Herbst wegen der häufigen Nebel und der Chance auf Inversionswetterlagen. Aber mein Favorit ist der Winter in dieser Landschaft – mit etwas Schnee auf dem Boden und gefrorenen Seen.

Der Komet Neowise über dem Leuchtturm Trwyn Du vor Penmon Point in Anglesey: Dieses Bild gewann in der Kategorie „ Landschaft bei Nacht” bei den Landscape Photographer of the Year Awards 2021.

Wird es nicht langweilig, immer wieder an dieselben Orte zurückzukehren?

Überhaupt nicht! Jedes Wetter erzeugt eine völlig neue Wirkung. Die einzigen Bedingungen, die ich nicht mag, sind durchgehend graue oder wolkenlose, blaue Himmel. Alles dazwischen ist spannend.

Sie fotografieren auch den Nachthimmel. Ist das eine neue Richtung für Sie?

Der Weltraum fasziniert mich. Ich hatte Astrofotografie nie groß beachtet, bis ich ein paar Leute sah, die Bilder von der Milchstraße machten. Die meisten von uns wissen gar nicht, dass sie sichtbar ist – weil wir in Städten leben. Aber wenn man in ein sogenanntes Dark-Sky-Gebiet fährt, sieht man diesen leuchtenden Bogen über sich. Das erste Mal ist einfach magisch.

„ Jedes Wetter

Wie waren Ihre ersten Erfahrungen mit der erzeugt eine

Astrofotografie? Ich völlig neue lebe in den Shropshire Hills, wo es ein offizielles

Wirkung.“

Dark Sky Reserve gibt – also Gebiete mit besonders wenig Lichtverschmutzung, wo sich auch viele Hobby-As tronomen treffen. Dort habe ich angefangen, mir den Sternenhimmel anzuschauen, und gelernt, mich am Nachthimmel zu orientieren. Danach habe ich mich damit beschäftigt, wie man das fotografisch optimal umsetzt. Ich arbeite mit einer Nikon Z6 und einer Z7 und habe festgestellt, dass die Z6 durch die geringere Megapixelzahl weniger Bildrauschen produziert. Dadurch bekommt man kräftigere Farben und klarere Ergebnisse.

Ein klassisches Learning-by-Doing?

Teilweise, ja – vor allem durch meine Reisen nach Island, wo ich oft die Nordlichter fotografiere. Ich hatte beide Kameras im Einsatz: eine im Zeitraffer-Modus, die andere für Einzelaufnahmen. Die Z6 lieferte dabei konstant die besseren Bilder mit weniger Rauschen. Später habe ich verstanden, warum: Durch die größere Fläche pro Pixel entsteht weniger Rauschen.

Island ist ein beliebtes Fotomotiv. Wann waren Sie zum ersten Mal dort?

Im Januar 2020 – also noch nicht allzu lange her. Einer meiner größten fotografischen Einflüsse ist Mark Andreas Jones. Er bietet dort Fototouren an, wir haben uns angefreundet, und inzwischen unterstütze ich ihn regelmäßig bei der Durchführung. Ich bin meist acht Wochen vor Ort – Januar, Februar, manchmal bis in den März hinein. Das ist ein guter Block im Winter.