PhotoWeekly 28.10.2026 | Page 20

SPECIAL INTERVIEW 20

Sie sind nicht nur Fotograf, sondern auch Doctor of Arts und Gastprofessor. Warum ist Ihnen die Zusammenarbeit mit Universitäten so wichtig? Ich habe immer eng mit Universitäten zusammengearbeitet und sehe

Pink Floyd, Spanien: Das Albumcover zu Delicate Sound of Thunder. „ Es hält einen surrealen Moment fest, der ihre Musik auf den Punkt bringt.“ meine Rolle auch darin, die Studenten zu unterstützen. Das macht mir großen Spaß. Als die Galerie der Arts University Bournemouth vor 25 Jahren eröffnet wurde, hatte ich dort bereits eine Ausstellung. Inzwischen wurde sie neu gestaltet, und die Kuratorin Violet McClean hat mich eingeladen, die erste Ausstellung nach der Wiedereröffnung zu zeigen.

Der Fokus sollte einen klaren Bildungsaspekt haben. Deshalb gehe ich darauf zurück, wie ich mit der Fotografie begonnen habe, was dabei alles schiefgelaufen ist und wie mich gerade diese Fehler weitergebracht haben. Die Ausstellung wird anschließend an die Falmouth University, die Nottingham Trent University und die Norwich University of the Arts weiterwandern und danach nach Saudi-Arabien, China und Kambodscha reisen – zu Einrichtungen, mit denen diese britischen Universitäten Partnerschaften pflegen.

Und worum geht es in der Ausstellung?

Im Kern geht es um die Bedeutung einer fotografischen Ausbildung. Im zweiten Jahr meines Studiums an der Nottingham Trent University hatte ich das Glück, mit einem Stipendium in die USA zu gehen. Dort öffnete sich mir durch die Arbeiten von William Eggleston und Stephen Shore die Welt der Farbfotografie. Mein Studium in Nottingham war jedoch auf Fine Art und Schwarz-Weiß-Fotografie ausgerichtet – meine Dozenten waren Paul Hill und der Landschaftsfotograf Thomas Cooper. Meine Abschlussarbeit zeigte Besucher der Pferderennen in Ascot. Ich fotografierte sie mit Blitz, damit die Farben stärker herauskamen. Allerdings hatte ich die Verschlusszeit falsch eingestellt: 1 / 15 statt 1 / 125 Sekunde. Der Blitz zündete, aber alles im Hintergrund wurde verwischt. Ich dachte zunächst, ich hätte alles ruiniert – doch genau diese Bilder machten die Arbeit am Ende aus.

Sue Davies, die „ The Photographers’ Gallery“ leitete, war meine externe Prüferin. Gerade als ich mein Studium abschloss, stellte sie eine Ausstellung zur europäischen Farbfotografie zusammen und fragte, ob ich einige Bilder zeigen möchte. Zur Eröffnung kamen auch Malcolm McLaren und Vivienne Westwood. Sie mochten, wie sie es nannten, die malerische Qualität meiner Fotos und fragten, ob ich ein Albumcover für Bow Wow Wow fotografieren würde. So fing alles an. Kurz darauf rief jemand von EMI an und erzählte mir von einer Band aus Birmingham und fragte, was ich mit ihnen machen könnte. Das waren Duran Duran. So bin ich eher zufällig in die Musikfotografie geraten.

Im Vergleich zu Ihren Anfängen gibt es heute mehr Wege in die Fotografie … Ich bin sicher, dass viele Fotografen keine formale Ausbildung in Fotografie haben. Und auch wenn sie sagen, dass sie sie nicht gebraucht hätten: Wenn ich mir

Dave Stewart, Kalifornien: „ Es ist eine Szene, die eigentlich idyllisch wirken müsste, doch das Graffiti verleiht ihr eine besondere Note – etwas leicht Verscho benes“, sagt Andy. bei Ausstellungen Bilder ansehe, sind sie oft gut gemacht und mir gefällt auch ihre Anmutung. Aber wo ist die Tiefe, wo ist die Idee, wo dieses Bewusstsein für den kleinen Moment Magie, der ein Bild vom Gewöhnlichen ins Außergewöhnliche hebt? Genau dieses Gespür versuche ich den Studenten zu vermitteln.